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Das erste Fohlen im Siluh-Rennstall ist Gschu. Aufgewachsen in diversen Punkbands, ist er nun in einem kleinem niederösterreichischen Dorf sesshaft geworden und widmet sich mit seinem Laptop nach Dienstschluss der Produktion von Songs im Spannungsfeld von Weakerthans und Postal Service. Live verschmilzt das ganze mit Unterstützung seiner Freunde zu einer Melange im Stile der grossen Indie-Pop-Bands Anfang der 90er. Nach heftiger Rotation auf FM4 und Airplay auf GOTV, hoffen alle dass sich Gschu mit seiner Band endlich der Produktion des ersten Longplayers widmet.
gschu - "electricity" (siluh)
Derweil allüberall das nächste große Ding heraufbeschworen wird, wenn
sich eine junge Rockgruppe nur zu kompetent auf die Übernahme vergessen
geglaubter Stilmittel aus vergangenen Epochen versteht, bringt Ihnen
die soeben neugegründete Wiener Schallplattenfirma Siluh ein
kleines Werk, das sich in jeder Hinsicht der Quadratur des
Hipnesskreises verweigert. Dargebracht im höchst altmodischen, aber
wohl für immer unumgänglichen, 7-Zoll-Format präsentiert der in einem
niederösterreichischen Dorf zur Ruhe gekommene Solo-Interpret GSCHU zwei
unaufgeregte Pop-Lieder, die - hätten die Betreiber des jungen Labels
nicht interveniert - auf dessen Festplatte verfault wären, ungehört vom
Rest der Erde. Wie schandhaft dies gewesen wäre, wird dem Hörer, so er
noch ein Herz im Leibe trägt, schon nach den ersten Sekunden des
Titelstückes klar. "electricity" ist eines jener Pop-Lieder, denen man
den Umhang mit der Aufschrift 'college' umlegen möchte. Eine
Heim-Version der späteren, entspannten Weakerthans, während die
B-Seite "sorry" mit unaufgeregter Orgelbegleitung klingt, als hätte der
eine Typ von Quasi sie an einem besonders sonnigen Tag aufgenommen.
Dies also ist eine jener schönen, kleinen Schallplatten für freie
Nachmittage, an denen man sich mal wieder durch seine Singlesammlung
kämpft, melancholische Mixkassetten für gute und schöne Menschen
aufnimmt und bereits um halb sieben betrunken ist: jene Tage, an denen
es sich zu leben lohnt. (Rasmus Engler) |
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