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Der 4. und vorläufig letzte Teil der Reihe 'Graz in Wien' im rhiz bringt folgende Bands bzw Artists:
Reflector
David Reumüller, Andreas Heller
Soap&Skin
Anja Plaschg
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REFLECTOR
Empfindlichere Hörer, die bei Korn oder Alice in Chains aufgrund des basslastigen Gitarrensounds schon Angst um die Boxen haben, sollten um dieses Duo besser einen Umweg machen. Der österreichische Noise Underground hat Reflector bereits mit dem 2001er selbstbetitelten Debüt und dem ein Jahr später erschienen "Flugangst" schätzen gelernt. Mit "Phantoms" präsentiert die Zwei-Mann-Band nun ihren bis dato besten Output und zeigt sich düsterer und dunkler als je zuvor.
Der Noise- bzw. Sludgerock der Grazer lässt zwar kurz an Melvins oder EyeHateGod denken, ist im Kern aber eigenständig und einzigartig. Das Schlagzeugspiel von David Reumüller ist so treibend wie heavy, und der Gitarrensound von Andreas Heller ist wohl das Bodenerschütternste, was bislang in diesem Bereich abgeliefert worden ist. Trotz extremer Sounds verlieren sich die Songs nie in einer Orientierungslosigkeit wie etwa bei Sunn O))) und sind im Herzen schlussendlich Rock. Abgesehen vom Sound an sich sind die Highlights des Albums zwei epische Songs, wie sie Isis wohl kaum besser hinbekommen hätten können. Da wäre als erstes "Into the Great Arbitariness" zu nennen, das schon fast so etwas wie Hoffnung aufkommen lässt. Die ganz grosse Erlösung vom Unheil dieser Welt kommt zwar auch hier nicht, aber immerhin vertröstet ein stimmungsvolles Gitarrensolo. Dieser Song kann übrigens auf der Bandhomepage kostenlos angetestet werden. Zweiter grosser Höhepunkt ist das wuchtig startende, über sieben Minuten lange "Lukas", das sich mit zunehmender Spieldauer als wahrer Song-Koloss entpuppt. Eine Überraschung gibt es beim letzten Track, "Love Song", bei dem Nirvana kurz grüssen lassen. Den Gesang auf "Phantoms", das grossteils instrumental gehalten ist, teilen sich beide Bandmitglieder. Leider kann man nur einzelne Wortbrocken verstehen. Das ist doppelt schade, da die Texte bei einer Band mit dem Namen Reflector sicher interessant wären.
Wer in der österreichischen Musiklandschaft nach etwas völlig Eigenständigem sucht, wird um Reflector kaum einen Umweg machen können. (franz keiblinger)
SOAP&SKIN
Es ist nicht pubertäre Depro-Seligkeit, die Soap&Skin von den dunklen Seiten der Existenz singen lässt. Die Welt ist schlecht und das Leben meistens nicht schön – das wissen ja nicht nur die Alten. Drum müssen diejenigen, die mit diesen Tatsachen nicht zurande kommen, sich das Leben schön trinken. Hilft zwar nicht auf Dauer, aber Eskapismus muss erlaubt sein. Wenn Soap&Skin ein Stück dem Kinderzimmertod widmet, dann trägt sie diese Erfahrung des beschädigten Lebens in sich, dann ist das kein Kokettieren mit den melancholischen Säften der Adoleszenz, sondern die prinzipielle Skepsis einer Künstlerin gegenüber einer Realität, die jedem halbwegs sensibel Gebliebenen immer wieder unerträglich erscheinen muss. Wenn die Alten sich das Leben trinkend aushaltbar machen, diese junge Künstlerin sich hingegen dem Elend stellt, dann kann man die Kluft zwischen beiden Polen mit Existentialismus füllen. (Fritz Ostermayer)
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