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Seismic Energy
Das Programm „Seismic Energy“ umfasst 4 elektronische Stücke von Nikola Lutz und 1 Video von Alexander Schmidt. Die ersten drei Stücke entstammen der Performance „Misplaced X“ von Fabian Chyle (Choreografie) und Nikola Lutz (Komposition), die 2004 beim Festival „Eclat“ in Stuttgart uraufgeführt wurde. Die auf vier Tage angelegte Installation arbeitete Raum bezogen, mit würfelgroßen oder anthropometrischen Glasvitrinen, in denen Performer mit situativen und intimen Aktionen den voyeuristischen Blick des Publikums provozierten. Die Musik war als Audioinstallation angelegt und arbeite mit dem Ziel, die visuelle Perspektive auf die Aktionen in den Vitrinen akustisch aufzuheben und zu brechen. Dazu wurden z.B. die individuell zuordenbaren akustischen Räume der Vitrinen gegeneinander ausgetauscht. Das Erlebnis konterkarierender visueller und akustischer Räume stellte die gewohnte Identität von Wahrnehmung in Frage und öffnete im irritierenden Spiel von Gesehenem und Gehörtem neue Assoziationsräume. Für „Seismic Energy“ wurden diese Installationen als vollständig live aufführbare Stücke umgearbeitet.
Als akustisches Basismaterial der Stücke dienen u.a. Tonaufnahmen fiktiver Biografien der Performer, aufgenommen mit Hede Beck, Sprecherin, und Robert Atzlinger, Schauspieler, sowie konkrete Geräusche. Diese fiktiven Biografien umreißen eine sprachlich wie auch handlungsmäßig obsessive Haltung als Ergebnis vormaliger Traumatisierung. Das letzte Stück stellt eine Weiterentwicklung der technischen Mittel dar, indem es die Trennung zwischen Text und Geräusch aufhebt, und nichtsprachliche menschliche Äußerungen in den Mittelpunkt stellt, wodurch es gleichsam eine Synthese zwischen beidem darstellt.
Im Video von Alexander Schmidt kann der Zuschauer die Atmosphäre der Performance erahnen, während diese die zugleich neuerliche Ausgangsbasis für Schmidt’s virtuose Transformationen bildet. Wir befinden uns sozusagen in der Biografie der eigenen Arbeit, die durch ihre unausweichliche latente Anwesenheit in das Aktuelle hineinragt und es (mit-)formt.
geb. 23.2.1970
Studium des klassischen Saxophons in Bordeaux und Stuttgart sowie der Musiktheorie
Gesangsausbildung bei Stephanie Haas
lebt und arbeitet in Stuttgart
Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg 1998
2001 Initiiert zusammen mit Andreas Krennerich das Stuttgarter Saxophonfestival
2005 Gründung ihres eigenen Labels Linako Records
Discographie (Auszug)
2005 White Loops – linako records
2005 Seismic Energy – linako records
2002 speaking with mechanic birds
2002 SuddenInfant – SudnInfnt live in Basel – www.rrrecords.com
1999 Saxophonisches Ensemble B - chez muziek
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